Welche Auswirkung hat Google+ auf SEO?

Juli 3, 2011 | In SEO |

Kurz gesagt - es revolutioniert Suchmaschinenoptimierung. Etwas ausführlicher formuliert - G+ ist der ernstzunehmende Anfang der Social Search Optimization, denn jeder Google+ Kontakt kann direkt in die personalisierten Suchergebnisse eines Nutzers eingreifen. Damit wird es endlich möglich SEO für ganz bestimmte Personen (Entscheider, Meinungsmacher usw.) zu betreiben. Eine Spur präziser wie beim Facebook Ads Targeting kann man theoretisch - aufgrund der sozialen Verbindungen einer Person -  Inhalte erstellen, die im nachhinein bei einer Google-Suche die Top 10 Ergebnisse beeinflußen und die optimierten Inhalte in die Sichtbarkeit des Nutzers bringen. Zu kompliziert formuliert? Ok, ich erklär das mal so…

Bei einer Suche nach "Google Plus" auf google.de steht mein aktueller Blogbeitrag nicht in den Top 20. Ein eingeloggter Nutzer der mich als Kontakt in Gmail, Google+ oder einem mit Google verbundenen externen Service hat und nach "Google Plus" auf google.de sucht, wird meinen aktuellen Beitrag irgendwo in den Top 10 finden.

Ok, meine Freunde.. sehen dann meinen Blog, langweilig oder - aber halt - G+ zielt auf Kreise ab, Kreise mit Kontakten die man in der Regel nicht persönlich kennt  und auch nicht zwangsläufig "Freunde" nennen muss - der ideale Nährboden für Optimierungsstrategien. Eine Mischung aus anonymen Followern und Facebook Freunden - je nachhdem welche soziale Reichweite (social reach) man erlangt, desto mehr Nutzer werden durch die eigenen Aktivitäten in der Suche beeinflußt.

Doch am Ende spielt es keine Rolle wie viel "Social Reach" man bekommt, sondern wen man mit der Maßnahme in seiner Meinungbildung beeinflußen kann. Dazu muss man lediglich wissen wen (Entscheider) man und zu welchem Thema (Suchanfrage) man diesen Menschen beeinflußen will - danach ist es eine Frage der Zeit oder des Geldes bis man sich in die Kontakt der Kontakte oder einen Circle eingeschlichen / eingekauft hat.

Wie zielsicher das genau funktioniert kann jeder selbst bei seinen "Freunden" ausprobieren. Es ist eine neue Form der Optimierung - Personalized Search Engine Optimization (PSEO) oder Social Search Optimization (SSO)  würde ich das nennen.

Gibts das schon lange? Nein, dass direkte beeinflußen der organischen Ergebnisse durch "Dritte" gibt es erst seit Mitte Juni in diesem Ausmaß und macht erst Sinn mit einem Google eigenen Social Network im Rücken und mit einer massiven Steigerung der Zahl an eingeloggten Suchanfragen. Derzeit spricht man von weltweit 20% aller Suchanfragen, die im eingeloggten und damit personalisbaren Zustand getätigt werden. Diese Anzahl wird sich mit dem Erfolg von Google+ drastisch erhöhen und damit ist dann auch das Zeitalter von PSEO und SSO eingeleitet…

Happy targeting.

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  1. Tatsache, der Beitrag hier tauch bei mir direkt über meinem eigenen auf. Ausgeloggt seh ich nix davon.

    Für mich bedeutet das in erster Linie, dass ich erstmal genauer aufpasse, wen ich in meinen Kreise haben möchte und wen nicht. Ich warte eigentlich eh noch auf eine Funktion, mit der man bestimmte Kreise zum Beispiel vom “Main” Stream fernhalten kann - die würde ich dann gern gleichermaßen auch von der Beeinflussung meiner SERPs ausschließen.

    Kommentar von Pascal — 4. Juli 2011 #

  2. Hi Uwe

    Geb dir Recht, dass da Musik drin ist, aber ich würde es auch nicht überbewerten. Das Ding ist ziemlich am Anfang. Bislang hat auch noch keiner den Personal Search Cookie gefakt bekommen. Oder ist mir was entgangen ? ;-)

    Kommentar von SEOnaut — 4. Juli 2011 #

  3. @Pascal - aufpassen hilft da nicht viel, wenn die Freunde deiner Freunde ebenso zur Beeinflußung der Ergebnisse beitragen…

    Stand heute:
    “Sie sind mit xyz über MeinKontakt via Gmail verbunden.
    Sie sind mit MeinKontakt via Gmail verbunden.”

    @Marco - in die Dunstwolke deiner Freunde zu gelangen, um deine persönlichen Ergebnisse zu manipulieren ist bei weitem einfacher als einen Google Cookie zu fälschen.

    Ich sehe den Bedarf so: Kunde XY geht auf die Agentur oder den SEO zu, um gezielt SEO für bestimmte Personen zu betreiben, um diese Personen in ihrem Meinungsbildungs- oder Entscheidungsprozess zu “stören”. Ähnlich wie wenn man dem Entscheider “Werbung” zukommen lässt mit dem Unterschied, dass er die nicht wahrnimmt / liest.

    Kommentar von Uwe Tippmann — 4. Juli 2011 #

  4. Ich bin schon sehr gespannt welche Möglichkeiten, aber auch welche Risiken das Thema bietet. Bisher habe ich meine Suche zum Beispiel bewusst personalisiert gelassen (seitdem ich bei Google+ bin) um mir die Auswirkungen anzuschauen und bin echt überrascht wie massiv anders dies teilweise ist.
    Interessant ist auch zu untersuchen, ob die Ergebnisse im abgemeldeten Zustand durch die bestehenbleibende IP (wenn man angemeldet war) hier trotzdem personalisierte Elemente auftauchen.

    Kommentar von Fabian — 4. Juli 2011 #

  5. Ein toller Artikel! Vielen Dank dafür! Google+ und auch andere Neuerungen von Google stellen sicherlich neue Herausforderungen an alle SEOs da draußen! *Packen wir es an* :)

    Kommentar von Till S. — 4. Juli 2011 #

  6. Hm hab ich was verpasst oder wo werde ich durch “Freunde meiner Freunde” beeinflusst? Ich dachte das betrifft nur die Leute, die ich direkt in meinen Circles hab? Da würde ich auch klar sagen, dass das nicht im Sinne des Users ist - ich will doch nicht auch noch die Freunde meiner Freunde kontrollieren müssen, wenn es um meine SERPs geht 0o

    Hast du einen Screenshot wo man das mal nachvollziehen kann?

    Kommentar von Pascal — 4. Juli 2011 #

  7. Auf der einen Seite macht Social SEO (oder wie auch immer heißen wird) extremen Sinn. Es stellt sich immer nur die Frage, wie man es schaffte, Dinge zu beeinflussen. Bisher wurde das ja überwiegend durch Links angestellt. So konnte und kann man noch die SERPs beeinflussen. Dass das in Zukunft nicht mehr so leicht, bzw. anders wird, dessen bin ich mir sicher. Auf der anderen Seite wird Social SEO (ich bleib mal bei dem Ausdruck) auch nur ein Teil des Ganzen sein. Vielleicht wird es an Einfluss gewinnen und vielleicht wird es andere Rankingfaktoren ablösen. Aber es gibt halt immer die Themenbereiche, die in sozialen Netzwerken überhaupt nicht diskutiert werden (”Welcher ist denn der beste Putzlappen?” oder “Wo bekomme ich denn am billigsten die Salbe gegen Fußpilz?”). Aber auch diese Themen muss eine Suchmaschine abdecken. Insofern kann der Social Factor meiner Ansicht nach bei Google auf jeden Fall niemals Überhand gewinnen. Eines ist aber sicher: Es ist spannender geworden im Bereich SEO. Wieder einmal ;-)

    Kommentar von Björn — 4. Juli 2011 #

  8. @Pascal siehe: http://www.uwe-tippmann.de/img/friendfriend.png

    Kommentar von Uwe Tippmann — 4. Juli 2011 #

  9. Wow.. das ist übel.. das würd ich gern deaktivieren können.

    Kannst du mir den Query mal per Mail zukommen lassen? Theoretisch müsste ich das ja auch angezeigt bekommen, weil ich mit dir über +1 verbunden bin, oder?

    Kommentar von Pascal — 4. Juli 2011 #

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