Premium Artikelverzeichnisse

Dezember 17, 2006 | In SEO |

Gute Zeitungen und Online Portale leben zum Teil vom Gedanken der Leser, dass die redaktionellen Inhalte eine neutrale Meinung mit gut recherchierten Fakten darstellen. Optimierte Artikelverzeichnisse hingegen, bedienen sich, ähnlich wie optimierte Presseportale, der gewonnenen Reichweite aus den Suchmaschinen. Allerdings spiegelt die überwiegende Mehrheit der Artikel nur die Sichtweise der werbetreibenden Autoren wider. Das heisst, der Leser geht, anders als bei renomierten Zeitungen und Online Portalen, in den meisten Fällen keine längerfristige Bindung mit dem Artikelportal ein. Dieses Konzept lebt also davon, möglichst viele Inhalte gut den Suchmaschinen zu platzieren, um den so gewonnenen Traffic auf die Artikel zu lenken und von der Werbung, die den Content umrahmt, die entstandenen Kosten zu decken.

Das heisst vereinfacht: Inhalte + Optimierung = Traffic + Werbeeinnahmen

Ok. Schauen wir uns das Konzept mal näher an:

Vorteile für den Betreiber:

  • Werbeeinnahmen (der natürliche Drang auf cash keys zu optimieren ist dabei normal)
  • baut sich eine Property auf, von der er themenrelevante Links auf andere Seiten setzen kann
    • Einnahmen aus Linkverkäufen

Nachteile für den Betreiber:

  • Aufwand für SEO
  • Aufwand für Linkbuilding
  • Server-/ Domainkosten
  • Werbekosten
  • ggf. Software / Entwicklungskosten
  • Kosten für Abmahnungen
  • Zeitaufwand zur Prüfung & Freigabe der eingereichten Artikel

Vorteile für den Werbetreibenden:

  • (regionale) Reichweite
  • Benefit durch gutes SEO
  • themenrelevanter Link (oder mehr) aus seinem Artikel
  • im Trend -> Nutzung multimedialer Möglichkeiten (Audio- /Video Podcasts)

Nachteile für den Werbetreibenden:

  • Er kann sich die Werbung die um seinen Content eingeblendet wird nicht aussuchen, im Zweifel böser Mitbewerb, der durch seinen Content nun an mehr Kunden gelangt
  • Zeitaufwand für das Erstellen des Artikels, viele verlangen “einzigartigen Inhalt”

Vorteile für den Leser:

  • Ein (Fach) Artikel aus Sicht eines vermeindlichen Branchenkenners (manchmal ist es auch “nur” ein SEO), allerdings mit Hang zum eigenen Produkt - gut zur Bildung der eigenen Meinung

Nachteile für den Leser:

  • einseitige Berichterstattung
  • störende Werbung
  • keine Kontinuität in der Erscheinung gleichwertiger, branchenbezogener Informationen

Ok. Wusstet ihr sicher alles schon. Wo ich jetzt ein wenig auf dem Schlauch stehe ist, wie dieses Konzept aufgehen soll, wenn man vom Werbetreibenden, neben seiner kostbaren Zeit den Inhalt für den Betreiber zu erstellen, noch eine Gebühr verlangt, die es dem Werbtreibenden ermöglicht noch weitere Artikel zu schreiben. Sollte denn der Betreiber nicht froh darüber sein, wenn der werbende Autor seinem Portal Inhalte liefert? Schliesslich sind es doch die Inhalte, die dem Portal den Sinn und den Traffic geben…

Meinungen - kann sowas funktionieren?

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  1. @Daniel - den Nachteil habe ich direkt mal ergänzt. Danke. Zum anderen Punkt… das heisst, du würdest dem Leser eines solchen Artikelverzeichnis, noch nicht einmal einen Fachartikel gönnen, sondern maximal redaktionelle Abfallprodukte. Das würde ja bedeuten, dass die Vorteile für den Leser gegen 0 gehen…. und wenn der Mehrwert für den Leser gegen null geht, sprechen wir in der Regel von ganz gewöhnlichem Spam - oder seh ich das falsch? An dieser Stelle setzt dann wohl das Bezahlsystem ein, denn wenn ein Autor, aus was für Gründen auch immer, den Euro in die Hand nimmt, um Artikel einreichen zu “dürfen”, dann werden diese Artikel zumindest redaktionell wertvoll sein. Das heisst mit einem Bezahlsystem für Autoren wäre zumindest ein bisschen an der Qualitätsschraube gedreht. Doch wie bekommt man Autoren dazu Geld dafür zu bezahlen, dass Sie dem Betreiber Inhalte liefern dürfen? Dazu muss die Plattform schon extrem interessant für den Autor gemacht werden.

    Welche Faktoren machen denn eine solches AV für den Werbetreibenden intersannter:

    • hoher Pagerank / Authority
    • Anzahl der Artikelansichten (Traffic)
    • Anzahl der Links im Artikel
    • wenig Werbung in der Nähe des Contents

    Kommentar von Uwe Tippmann — 18. Dezember 2006 #

  2. Naja, man muss es nicht unbedingt SPAM nennen. Es kann ja durchaus sein, dass es ein interessanter lesenswerter Artikel ist, der halt einfach die Qualitätshürde für die eigene Seite nicht schafft. 8)

    Nein, aber mal im Ernst: warum sollte ich einen sehr gut formulierten und informationsreichen Beitrag auf ein x-beliebiges Artikelverzeichnis einstellen? Nur für die ein bis zwei Backlinks?

    Wenn ich schon hochwertigen Content für andere produziere, dann möchte ich auch extrem hochwertige Links bekommen, die in deinem Kommentar genannten Punkte schon erfüllen. Soll heißen, ich such mir genau die Verzeichnisse raus, die diese Punkte erfüllen, ohne dass ich dafür auch noch bezahlen muss…

    Bezahlen würde ich nur, wenn die Site selbst sehr viel Traffic hat und wenn nicht täglich hundert neue Artikel hinzukommen. Das dürfte wohl kein Artikelverzeichnis erfüllen. Da wären einige Blogs von Kollegen vielleicht viel interessanter; aber erstens würden die sich nicht dafür hergeben und zweitens würde so ein Werbeposting eher schaden als nutzen.

    Kommentar von Daniel Rüd — 18. Dezember 2006 #

  3. […] Bei genauerem hinsehen, werden schnell die ein oder anderen Nachteile deutlich, sowohl auf Seiten des Autors als auch auf Seiten des Anbieters. Uwe hat das bei sich im Blog vor kurzem schon einmal zusammengetragen, ich möchte es lediglich noch ein wenig ergänzen. […]

    Pingback von DANIEL RÜD - Artikelverzeichnisse - Sinn oder Unsinn — 18. Dezember 2006 #

  4. Interessant wäre für mich, wenn ein AV sich damit rühmen könnte in Google News drin zu sein. So kämen vielleicht kurzfristig einige relevante Besucher dabei heraus.

    Insgesamt ist die Qualität der Artikel doch viel zu schlecht um für User interessant zu sein.
    Ich sehe die Teile auch eher als Müllhalde für Kurz-Prosa denn als wirkliche Informationsquelle.

    Wer gute Inhalte hat, der bekommt die auch im passenden Umfeld für lau unter.

    Was mich aber natürlich nicht davon abgehalten hat, sicherheitshalber auch mal ein Artikelverzeichnis anzulegen ;-)

    Wer für sein AV Geld nehmen möchte, der kann das bestimmt tun und damit Erfolg haben. Der gemeine Webseitenbetreiber steht mit seinem Wissen meist noch auf einer ganz anderen Stufe; wer die Dienstleistung gut zu verkaufen weiss, der könnte damit auch Erfolg haben.

    Kommentar von mark — 20. Dezember 2006 #

  5. @Mark - schön, dass man dich hier auch liest :) Dein Artikelverzeichnis ist doch mehr ne Art Dauer-Trigami.. ;) Interessant finde ich, dass du dem Konzept echt ne Chance einräumst, dass es auf Dauer funktioniert, wenn man es nur geschickt genug anstellt. Vertrieb ist für mich auch kein Fremdwort, doch ich hätte echte Schwierigkeiten, einem eine Dienstleistung zu offerieren, nur auf Basis der steigenden Reichweite… was machen die denn wenn Sie aus dem Index fallen? Die durch mieses SEO gewonnene Reichweite können die mit Adwords und Co nie ausgleichen. Der Geprellte ist dann der Autor, der dann auch in Bad Neighborhood gerät.

    Kommentar von Uwe Tippmann — 20. Dezember 2006 #

  6. dass du dem Konzept echt ne Chance einräumst, dass es auf Dauer funktioniert, wenn man es nur geschickt genug anstellt.

    SEO ist für viele doch immer noch viel zu komplex, da ist ein einfaches Angebot mit jährlichem Beitrag und schön viel Marketing-Sprech eine tolle Sache ;-)

    btw: bad-neighbourhood.de ist übrigens noch frei. Könnte man bestimmt was nettes mit machen …

    Kommentar von mark — 20. Dezember 2006 #

  7. btw: bad-neighbourhood.de ist übrigens noch frei. Könnte man bestimmt was nettes mit machen …

    Die verlinkt doch keiner… ;)

    Kommentar von Uwe Tippmann — 21. Dezember 2006 #

  8. @kill_bill - Heiko - nunja, wenn man schonmal einen Text zu einer bestimmten Topic hat, dann bietet es sich förmlich an, neben dem oder direkt im Artikel als Betreiber einen relevanten Link eines Dritten zu platzieren, denn der Linkaufbau ist für ein Artikelverzeichnis existenziell und wenn jetzt ein Linkpartner aus dem Bereich Backen&Rezepte einen Link in einem relevanten Artikel aus deinem Portal haben will und du zufälliger Weise mal keine “genügend andere Seiten” zur Hand hast, dann glaub ich es dir schlichtweg nicht, dass der Betreiber sich dann überwinden kann, “nein” zu diesem Angebot zu sagen :) - ist doch schliesslich “nur ein kleiner Link”…

    Kommentar von Uwe Tippmann — 28. Dezember 2006 #

  9. Hallo, sehr gute Aufarbeitung des Themas “Was bringen Artikelverzeichnisse”. Vor allem die Vorteile und Nachteile. Diese sind vielen Artikelveröffentlichern gar nicht bewusst.

    Ein neues Konzept bietet übrigens artikel4free.com hier können Webmaster die Artikel der Autoren, unter Einhaltung der Publisher-Richtlinien, auf ihren eigenen Webseiten einbinden.

    Gruss Tom

    Kommentar von Thomas Mergen — 15. Januar 2007 #

  10. Hallo Tom,

    wenn man sich den Sinn von Artikel4free genauer überlegt, ist diese Seite noch sinnfreier als Verzeichnisse. Nämlich eines darfst du nie vergessen.
    Den “Duplicate Content”

    Gruß Kommentator

    Kommentar von Kommentator — 19. Januar 2007 #

  11. Hallo Kommentator,

    “Duplicate Content”? klar ein Problem. Es kommt aber immer drauf an, wie man das AV einsetzt (Artikel4free.com ist kein reines Artikelverzeichnis). Wenn sich alle an die Spielregeln halten, haben alle Seiten was davon (Win-Win für Autoren, Webmaster und Artikel4free.com). Wenn nicht, hat eine Seite ein Problem. Grundsätzlich kann der Autor ja entscheiden ober einen guten Artikel so frei auf die Artikelverzeichnisse verteilt, das sein Name in die Nähe von Duplicate Content gerückt wird.

    Ich persönlich habe kein Problem mit dem Kopieren von Content wenn die Kopierer sich an die Spielregeln halten (Publisher-Richtlinien).

    Gruss Tom

    Kommentar von Thomas Mergen — 16. Februar 2007 #

  12. […] Aber auch die Erkenntnis, dass SEO sehr männlich ist, überrascht kaum. Gerade mal 3 Damen (vom Google-Grill) konnten gemeinsam mit den Antworten von 85 Herren zum Ergebnis der Studie beitragen. Doch hier liegen in meinen Augen ungenutzte Potentiale. Frauen sind viel kommunikativer als Männer. Sie sprechen nach aktuellen Studien ca. 20000 Wörter am Tag, während das männliche Gegenstück mit lediglich 7000 Wörter eher wortkarg daherkommt. Wenn die Frau auch nur 10 Prozent ihres verbalen Ausflusses in schriftlicher Form erbringen könnte, wären dies 2000 Wörter, mit denen man wunderbar 8 - 10 Texte für Artikelverzeichnisse generieren könnte. Auch wenn die Themen vermutlich sehr einseitig wären (Schuhe, Schuhe, Abnehmen, Schuhe), könnte dies zu einem beträchtlichen Linkwachstum führen. Abgelegt unter: Suchmaschinenoptimierung […]

    Pingback von Der Pagerank ist tot » Misses Linkfire Blog — 26. Februar 2007 #

  13. Hallo Uwe!
    Klasse Beitrag. Ich hätte nioch eine Ergänzung bezüglich der Nachteile für den Autoren.

    - Artikelverzeichnisse können von heute auf morgen ihren Dienst einstellen. Dann gehen alle Backlinks verloren und viel Zeit war umsonst!

    Kommentar von Martin Hamann — 25. Juli 2007 #

  14. Hallo Leute,

    Geldverdienen mit einem AV ist garnicht so einfach. Man muss hier sehr viel Zeit für Optimierung und für die Kontrolle der Texte aufbringen. Deshalb sehe ich mein Artikelverzeichnis mitlerweilen auch nur noch als kleiner Beitrag für die große Community der SEOs

    Kommentar von Jochen — 23. August 2008 #

  15. Bei den Nachteilen fehlt noch, dass so ein Artikelverzeichnis von heut auf morgen geschlossen werden kann und damit die ganze Mühe um sonst war. Da der Content aber noch im Cache der Suchmaschinen noch vorhanden ist, sollte man den Artikel nicht für andwerweitige Portale verwenden, da Doppelt-Content.

    Kommentar von Benno aus Nürnberg — 13. Oktober 2008 #

  16. “Interessant wäre für mich, wenn ein AV sich damit rühmen könnte in Google News drin zu sein. So kämen vielleicht kurzfristig einige relevante Besucher dabei heraus.”

    @mark
    Online-Artikel.de Seiten werden bei Google News veröffentlicht. OA ist glaube ich die einzige AV im Netz mit Meldungen bei GN.

    Aber die sind ganz schön streng wenn es um die Aufnahme geht. 50 Prozent meiner Artikel wurden abgelehnt :(

    Kommentar von Marco — 26. Oktober 2008 #

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