Die Sache mit den Links

August 15, 2008 | In SEO |

Das Rankingkriterium "eingehender Link" , "Inlink", "Backlink" oder wie auch immer man dazu sagen will, ist klar überbewertet und wird in der Suche derzeit stark übergewichtet. Ein Link ist wie eine Stimme, die Suchmaschine versucht anhand der Stimmen zu erkennen, wie gut oder schlecht eine URL bzw. eine Webseite ist. Die Regel viel = erfolgreich, zählt schon lange nicht mehr. Vielmehr geht es um Qualität, Positionierung, Dauer und einem redaktionellem Umfeld für den Link.

Google arbeitet mit Hochdruck daran, Manipulationsversuche zum positiven Beeinflussen der Ergebnisseite zu unterbinden. Da "Links" zur Zeit eines der stärksten Kriterien darstellt, weshalb eine URL eine gute Position in den Suchergebnissen bekommt, werden die Mittel zum Generieren von "Links" immer ausgefeilter. Ziel dabei ist es, den perfekten Link zu schaffen.

Der perfekte Link:

  • kommt von einem qualitativ hochwertigen und vertrauenswürdigen Host
    (eine Frage des Geldes)
  • ist im Content-Bereich positioniert
    (InLinks, nennt sich das bei teliad)
  • von Dauer und wandert nicht direkt in ein Archiv
    (eine Frage der Buchungsdauer)
  • der Inhalt in dem der Link platziert wird, ist thematisch passend
    (liegt an der Auswahl des linkgebenden Partners)
  • musterlos
    (wird bei gekauften Links wohl immer ein kommerzielles Keyword im Anker sein)

Die Fragen, die ich mir in diesem Moment immer wieder stelle sind:

  • Welche Schlüsse werden die Suchmaschinen in Zukunft daraus ziehen?

     

    • Werden die Suchmaschinen das Kriterium "Link" weniger stark gewichten?

       

      • Mit Sicherheit, denn "Stimmen" werden im Web an verschiedenen Stellen für die Suchmaschinen sichtbar - sich dabei auf "Links" zu versteifen, wäre auf Dauer kein echtes Mittel, um die Relevanz eines Webdokuments zu bestimmen. Nur die wenigsten Menschen haben im Web die Möglichkeit anhand eines "Links" auszudrücken, dass ihnen eine bestimmte Seite / URL gefällt.

         

    • Welche Methoden werden die Suchmaschinen entwickeln, um den perfekten Link von einem scheinbar perfekten Link zu unterscheiden?

       

      • Was unterscheidet zum Beispiel einen "InLink" von einem perfekten Link?
        •  Der Zeitpunkt unterscheidet sich - während ein perfekter Link zeitgleich mit der Entdeckung des Contents dem Crawler präsentiert wird, ist ein InLink ein Link, der in bestehenden, dem Crawler bereits bekannten Content gesetzt wird. Die Suchmaschine müsste hier also nur mehr Augenmerk auf das "link discovery date" lenken und mit dem "content discovery date" abgleichen - ist das nicht gleich, handelt es sich um einen nachträglich in den Content eingepflegten Link, welche weniger oder gar keine Gewichtung mehr bekommen wird.

           

      • Was unterscheidet einen Content-Link von einem perfekten Link?
        • Bei einem Content-Link handelt sich es um einen Textabschnitt im Content-Bereich der den Link enthält. Auch hier unterscheidet sich der Zeitpunkt des "zusätzlichen Contents" vom Zeitpunkt der Veröffentlichung des originalen Contents. Gerade in Blogs werden die Inhalte sehr zeitnah indexiert und landen somit oft kurz nach dem publizieren im Index. Kommt nun eine Buchung eines Content-Links, wird der Inhalt im Nachhinein modifiziert und der Link des Käufers wird hinzugefügt. Zudem wird in den meisten Fällen in diesem entsprechenden Absatz ausschliesslich der Link zum "Kunden" erscheinen. Artikel, welche aus viel Content entstehen und monoton & kommerziell nach Außen linken, könnten also leicht als gekaufte Links enttarnt werden.

           

      • Gekaufte Links werden immer einem Muster folgen, schliesslich fliesst Geld und ein Link in dem zB. eine URL einfach verlinkt wird, ohne Anker oder SEO relevantes Keyword wird es bei einem gekauften Link kaum geben. Leute die Geld für Links ausgeben werden immer bemüht sein ihre Top-Keywords in den Anker eines Links zu packen. Ist die Dichte derer Links mit einem "perfekten" Ankertext zu hoch, deutet dies auch darauf hin, dass es sich bei der Ziel-URL um eine künstliche Linkpopularität handelt.

Fazit: Wie man sieht, gibt es verschiedene Möglichkeiten den Mustern der Linkverkäufer und Linkkäufer auch zukünftig auf die Schliche zu kommen. Nichts desotrotz bedeuten solche Detection-Methoden immer eine Menge Rechenpower und die ist teuer. Zudem erwischt man mit zu ungenauen Filtern oft viele "Unschuldige" - d.h. eine nachträglich, manuelle Qualitätskontrolle bleibt oft nicht aus, kostet viele Resourcen und die kosten viel Geld und bilden zudem als menschlichen Faktor auch noch eine Menge an Fehlerpotential. Als Konsequenz daraus, gehe ich davon aus, dass über kurz oder lang das Kriterium "Link", sowie die Verbindung von "Link + thematisch passendem Content" & "Link+Trust" innerhalb eines Webdokuments als Rankingkriterium weiter an Gewicht verlieren wird und andere Faktoren zur Bestimmung der Relevanz eines Dokuments hinzugezogen werden.

Linktipp: Links für Online-Jounalisten - der Unterschied zum Printjournalismus & Projekt Xanadu -wie man richtig verlinkt.

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  1. Dann muss ich ja bei meinen Kommentaren aufpassen, das sie drinstehen, bevor der Bot da war?
    Was ist denn da z.B mit den Bookmarkdiensten oder Webkatalogen. Die Links dort kommen zum bestehenden Content kontinuirlich hinzu und werden dann gespidert wenn diese entstehen. Das kann und wird kein Kriterium für das Ranking werden.
    Wie sollte das realisiert werden? Dann müsste ja jeden Tag ein “neuer” Index geschaffen werden, der die Inhalte mit denen vom Vortag abgleicht, die Links temporär sortiert und dannach bewertet.
    Das Links in Zukunft nicht mehr so gewichtet werden kann ich mir auch vorstellen, denn schon jetzt ich z.B bei google erkennbar, das sie lieber auf trust setzen (also bewährte Webseiten listen) als mal neue auszuprobieren die ja auch von den ungeliebten Seos sein könnten. Das ist aber auch keine Lösung von Dauer - wie man bei Suchanfragen wie -ebay -kijiji - idealo -wikipedia -guenstiger -heise die von “normalen” Webusern gebraucht werden - sein

    Kommentar von Calli — 16. August 2008 #

  2. Moin,
    Was bringt die Zukunft? Ich denke die verlinkung wird immer wenige wichtig sein. Googel hat seine Bots schon fast zu Menschen gemacht die bewerten können ob eine Seite gut ist. Das geschieht aber schon lange nicht mehr nur durch das auswerten von H1 Tags usw. Ich denke das gooel techniken hat die wir noch nicht erahnen. Zum Beispiel wird die Besuchsdauer auf einer Seite schon lange ausgewertet durch die Google Toolbar bzw. den Webservice. Wir werden immer gläsernen und geben immer mehr Daten von uns Preis und helfen somit dem riesen immer weiter nach vorne.

    Kommentar von Jens — 17. August 2008 #

  3. @Calli:
    Man müsste theoretisch nicht jeden Tag einen neuen Index machen, sondern auf das “link discovery date” konzentrieren und bei einer Aktualisierung wird dieses dann upgedatet.
    Und ich denke, du verwechselst hier SEO Seiten und Spam / MFA / Affiliate Seiten. Die großen Seiten, die du da genannt hast, achten auch auf SEO und sind eigentlich gute Vorzeigeprojekte, wie SEO funktionieren sollte.

    Ich denke die Theorie von Uwe ist richtig, jedoch wird es an den enormen Rechenleistungen scheitern, die zu dem jetzigen Prozess hinzukommen würden.
    Aber ein wirklich netter Artikel.

    Kommentar von Eugen — 17. August 2008 #

  4. […] Die Sache mit den Links - Ganz interessante Überlegungen. […]

    Pingback von TaT: … — 19. August 2008 #

  5. Allerdings sind Links von Prioritätsseiten auch nicht mehr ein Schutz vor Abstraffung oder Penalty. Selbst Unilinks, Themenrelevant und Contentlink werden selbst nach 6 Monaten kaum gewertet. Dabei wird die Masse voll gewertet. Themenrelevanz wird unwichtig sobald die 200 Backlinks überschritten wurden. Beispiele gibt es da zur genüge…..

    Kommentar von sag was — 20. August 2008 #

  6. Hallo Uwe, da Google immer besser “künstliche” Backlinks erkennen kann, wird auch bestimmt neben Linkpower, der Content eine immer größere Gewichtung bekommen. Derzeit sind hochwertige Texte für das Ranking nur ein Tropfen auf dem heißen Stein - ausschlaggebend ist leider immer noch eine starke Verlinkung. Ich hoffe, dass sich das schon bald ändern wird. Denn es gibt im Internet genug Seiten mit hochwertigen Content, deren Inhaber haben aber teilweise noch nie was vom Linktausch oder sonstiges gehört. Sollten Sie deswegen im Ranking benachteiligt werden? Ich meine ganz klar NEIN. Meine Devise lautet jedenfalls Content ist alles und das wird sich hoffentlich in Form von vielen Besuchern mittelfristig auszahlen. Inhalte, die dem Besucher einen großem Nutzen bringen, kann eigentlich nur das Hauptrankingkriterium der Zukunft sein. Ich bin davon überzeugt, dass die Suchmaschinenbetreiber schon daran tüfteln.

    Gruß Mario

    Kommentar von Mario Berschinski — 20. August 2008 #

  7. Links hin, Links her, Themenrelevanz und was weiß ich nicht alles wird noch lange Zeit lang funktionieren aber dann kommen wir zu einem Punkt wo google einen Link danach bewerten kann ob er sinnvoll ist oder eben nicht. Denn nur sinnvolle Links bringen das Internet und den User wirklich weiter…

    Kommentar von Daniel — 21. August 2008 #

  8. Super, Uwe! Vielen Dank für den informativen Artikel und die dadurch entstandene Diskussion. Eine spannande Sache, dieses Thema.
    Gruß Christoph

    Kommentar von Christoph — 22. August 2008 #

  9. Was würde in dem Fall sein, wenn ein Contentlink durch einen Link ausgetauscht wird, weil es sich bei dem ursprünglichen Link um einen toten Link handelt? Werden dann “Unschuldige” als Spammer abgestempelt?

    Kommentar von Mario Berschinski — 23. August 2008 #

  10. […] Der perfekte Link auf Basis von Yahoowes Blogpost […]

    Pingback von Daisy Chaining, der perfekte Link und mehr in der 30 | Radio4SEO -SEO Podcast & Radio — 24. August 2008 #

  11. Hallo Uwe,
    interessanter Artikel. Wenn ich das mit dem Ankertext (keyword) richtig verstanden habe, heißt das doch, wenn ich zu einer Webseite verlinken möchte, wäre der perfekte Link zu einem Anker mitten im Seiteninhalt. Es kommt halt drauf an, ob ich zu einem Teilinhalt verlinken möchte. Oft ist es aber so, dass ich zum Anfang der Seite verlinke (ohne Ankertext) und nicht mittenhinein.

    Kommentar von Elmar — 25. August 2008 #

  12. […] Stunde lang über den perfekten Link philosophiert. Als Grundlage diente ihm dabei der Beitrag Die Sache mit den Links von Uwe Tippmann. Uwe erklärt in seinem Beitrag, was einen perfekten Link […]

    Pingback von Der perfekte Link » SEO.de — 25. August 2008 #

  13. Ich halte Deinen Artikel für sehr gut. Einige Kommentare zerwirbeln ihn wieder etwas.

    Wichtig halte ich neben dem, was Du aufgeführt hast, vor allen Dingen die Reihenfolge, in der man optimiert, als auch den zeitlichen Abstand. Man kann mit einer optimierten Reihenfolge in einem kontrollierten Zeitrahmen Überdurchschnittliches erreichen. Ich rate jedem, hier einige Tests durchzuführen. Zudem sollte man mehr Wert auf Links mit Ankertext _und_ mit wechselnden Ankertexten legen. Was man bei der Masse beobachten kann, ist ein sinnfreies Drauflosverlinken.

    Kommentar von Wulffy — 25. August 2008 #

  14. Ich denke das es in Richtung als “Gastautor” in anderen Blogs Artikel posten, noch die beste Methode ist, damit Google die Links nicht als “gekauft” wertet. Das dürfte schon schwer sein für die Sumas, solche Links von anderen zu unterscheiden.

    Kommentar von Holger — 25. August 2008 #

  15. […] Kommentar von Holger auf den Beitrag "Die Sache mit den Links", gibt mir glatt nochmal Anlass darauf hinzuweisen, dass Google bereits im Februar 2007 ein […]

    Pingback von Der Gastautor › Uwe tippt. — 26. August 2008 #

  16. Was ist, wenn dann nachträglich “eingebaute” Links gewünscht sind? Stellen wir uns vor, es gibt eine einzelne Seite, zu einem bestimmten Thema. Durch Veränderungen in “was weiß ich” für einer Form, muss ein anderer Link rein, nur um die Qualität der Seite zu erhalten. Gutes Beispiel ist Wikipedia.

    Deswegen sollte der neue Link nicht automatisch schlechter bewertet werden. Das ist absoluter Quatsch. Schließlich wird eben nur durch diesen Link der Content als sinnvoll erhalten bleiben.

    Kommentar von Ronny — 29. August 2008 #

  17. @Ronny - die suchmaschinen differenzieren schon lang zwischen sogenannten “free hosts” und “corporate hosts” - das heisst zwischen “mitmach-web” und “journalismus bzw. kontrolliertem informationsfluss” - bei einem nachträglich (x Tage nach dem publizieren) eingepflegten link in einem blog, welcher zu 99% aus posts vom gleichen autor besteht, ist klar, dass es sich zu hoher wahrscheinlichkeit um eine SEO maßnahme handelt. gerade google bewertet m.e. schonlang nicht mehr alle “hosts” gleich - sondern differenziert und rankt nach thematischem umfeld, form (foren, communities, blogs, statische sites, news sites etc.) und vielen weiteren kriterien mit völlig unterschiedlichen “gewichtungen” und ranking kriterien… das sieht man sehr gut, wenn du mal versuchst, ein versicherungs-key zu optimieren und im anschluss ein key aus dem medizinischen umfeld - beide hochpreisig - bei beiden gelten andere regel, um wirklich gut zu ranken.

    Kommentar von Uwe Tippmann — 29. August 2008 #

  18. […] Linktausch Geschrieben am September 2nd, 2008 in SEO-Affiliates von Sascha Angeregt durch den Link-Beitrag von Yahoowe hier mal mein Senf zum perfekten […]

    Pingback von PP-Blogsberg » Blog Archive » Der perfekte Linktausch — 2. September 2008 #

  19. Ich denke, die zeitliche Komponente ist in zweierlei Hinsicht relevant: zum einen sollte der Link zeitgleich mit dem Artikel erscheinen (und nicht nachträglich eingesetzt werden), zum anderen müssen immern wieder neue Links auf die Zielseite gesetzt werden, um ein stabiles Ranking in den SERPs zu gewährleisten.

    Kommentar von Silke — 3. September 2008 #

  20. […] es drei Postings Gefahren beim Linkaufbau, den Betrugsmöglichkeiten beim Linkerwerb sowie der Zukunft der Linkbewertung beschäftigen. Alle […]

    Pingback von Suchmaschinen, SEM & SEO - August/September 2008 - Inhouse SEO — 5. Oktober 2008 #

  21. […] hat in seinem Blog post gut zusammengefasst, was die Charakteristika eines “guten” Links ist. Er schreibt, dass dauerhafte Content Links (also Links aus dem Fließtext) von […]

    Pingback von Wo muss ein wertvoller Link stehen? | Frank the Tank — 12. Dezember 2008 #

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